Bericht

McLaren in der Formel 1 nur noch vierte Kraft? Norris und Piastri schlagen nach Sepang Alarm

Nach dem Großen Preis von Bahrain in Malaysia fällt McLarens Bilanz überraschend deutlich aus. Nicht allein Strategieentscheidungen oder das chaotische Wetter verhinderten in Sepang den Kampf um das Podium. Nach Einschätzung des Teams fehlte dem MCL40 schlicht die notwendige Geschwindigkeit.

McLaren bezeichnet das eigene Auto in seiner offiziellen Rennanalyse derzeit sogar als viertschnellstes Fahrzeug im Feld. Teamchef Andrea Stella kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Selbst wenn McLaren im Rennen sämtliche entscheidenden Situationen perfekt gelöst hätte, wäre wesentlich mehr als Oscar Piastris sechster Platz nach seiner Einschätzung kaum möglich gewesen.

Stella erklärte nach dem Rennen: „Wenn wir die Entscheidungen in den entscheidenden Momenten einmal ausklammern – die Reifen beim Start und den Zeitpunkt der Boxenstopps –, dann ist die Realität, dass unser Paket an diesem Wochenende leistungsmäßig auf Platz vier lag.“

Das ist eine bemerkenswert klare Einschätzung für ein Team, das rund um die Sommerpause noch Rennen gewinnen und Pole-Positions holen konnte.

Auch Lando Norris redete die Situation nicht schön. Der amtierende Weltmeister kam nach einem schwierigen Rennen lediglich auf Platz neun. Zwar kostete ihn sein Ausritt hinter dem Safety Car zusätzliche Positionen, doch Norris machte deutlich, dass McLarens Problem wesentlich tiefer liegt.

„Wir waren einfach nicht schnell genug, und da müssen wir ehrlich sein. Dem Auto fehlt Pace, und wir müssen es deutlich verbessern, wenn wir konkurrenzfähig sein wollen.“

Norris glaubt sogar, dass unter normalen Umständen kaum mehr möglich gewesen wäre: „Ich glaube nicht, dass wir heute um mehr als Platz sechs und sieben hätten kämpfen können – unabhängig davon, wie wir das Rennen ausgeführt hätten.“

Oscar Piastri brachte immerhin Platz sechs ins Ziel. Doch auch beim Australier überwiegt die Erkenntnis, dass McLaren momentan nicht dort steht, wo das Team stehen möchte. Piastri erklärte, dass die neuen Teile am Auto zwar wie erwartet funktionieren, gleichzeitig aber auch die Konkurrenz Fortschritte macht.

Besonders Red Bull hat nach Einschätzung McLarens einen deutlichen Schritt gemacht. Stella verwies ausdrücklich darauf, dass einige direkte Konkurrenten zuletzt erheblich zugelegt hätten. Genau darauf müsse McLaren nun reagieren.

Die Entwicklung der vergangenen Rennen macht die Situation besonders interessant. Rund um die Sommerpause gelangen McLaren noch zwei Siege und drei Pole-Positions. In Sepang dagegen fehlte sowohl im Qualifying als auch im Rennen die Geschwindigkeit, um Red Bull, Ferrari und Mercedes ernsthaft unter Druck zu setzen.

Schon im Qualifying war die Lücke sichtbar. Norris und Piastri erreichten zwar problemlos Q3, konnten an der Spitze jedoch nicht eingreifen. Im Rennen bestätigte sich dieses Bild trotz der außergewöhnlichen Bedingungen.

Damit steht McLaren vor einer wichtigen Aufgabe: Das Team muss herausfinden, warum die Konkurrenz während der laufenden Saison stärker zugelegt hat und wie der MCL40 wieder näher an die Spitze gebracht werden kann.

Viel Zeit bleibt nicht.

Bereits vom 9. bis 11. Oktober wartet der Große Preis von Singapur. Und ausgerechnet auf dem Marina Bay Street Circuit steht ein Sprint-Wochenende bevor. McLaren hat dadurch nur ein Freies Training, bevor es bereits um die ersten wichtigen Ergebnisse geht.

Ob die Charakteristik des engen Stadtkurses dem MCL40 besser entgegenkommt als Sepang, wird deshalb eine der spannendsten Fragen des kommenden Wochenendes.

Eines hat McLaren nach Malaysia jedenfalls ungewöhnlich deutlich ausgesprochen: Der eigene Anspruch ist der Kampf um Siege und Podestplätze – aktuell reicht die Performance dafür aber nicht.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.