Bericht
McLaren verzockt sich in Malaysia: Stella erklärt den Reifenfehler vor dem Start
Es war ein riskanter Reifenpoker noch bevor beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia überhaupt die Startampeln ausgingen: Nach dem abgebrochenen ersten Startversuch und der langen Regenpause entschied sich McLaren bei der zweiten Startprozedur für Medium-Slicks an beiden Autos. Lando Norris und Oscar Piastri gingen damit hinter dem Safety Car auf die noch feuchte Strecke von Sepang, während ein großer Teil des Feldes auf Intermediates setzte. McLarens Gedanke dahinter war nachvollziehbar: Sepang trocknet aufgrund seines rauen Asphalts vergleichsweise schnell ab und das Team hoffte, dass die Slicks früh ins richtige Arbeitsfenster kommen würden. Doch noch bevor der eigentliche stehende Rennstart erfolgte, zeigte sich, dass die Strecke dafür noch zu nass war. McLaren reagierte bei Piastri und holte ihn während der Runden hinter dem Safety Car herein, um von Medium auf Intermediate zu wechseln. Norris blieb dagegen auf Medium. Damit gingen die beiden McLaren schließlich mit unterschiedlichen Reifen in den eigentlichen Rennstart: Piastri auf Intermediate, Norris auf Medium. Teamchef Andrea Stella räumte anschließend ein, dass McLaren den entscheidenden Übergang zwischen Regenreifen und Slicks falsch eingeschätzt hatte. "Letztlich war es eine falsche Einschätzung des Zeitpunkts, an dem die Trockenreifen schneller als die Intermediates sein würden", erklärte Stella. Für Piastri zahlte sich die Korrektur noch vor dem Start aus. Norris bekam dagegen unmittelbar zu spüren, wie schwierig die Bedingungen für Slicks noch waren. Von Startplatz fünf fiel er auf der ersten Rennrunde bis auf P15 zurück, während Piastri mit den Intermediates bereits wieder bis auf P10 nach vorne kam. Noch härter traf die falsche Reifenwahl zunächst Ferrari. Lewis Hamilton und Charles Leclerc nahmen den stehenden Start beide auf Soft-Slicks auf und wurden ebenfalls weit nach hinten durchgereicht. Leclerc gab den Slick-Poker anschließend auf und wechselte auf Intermediates, während Hamilton auf den Softs blieb und das Risiko weiter einging. Was zunächst wie ein noch größerer Fehler als bei McLaren aussah, entwickelte sich für Ferrari später allerdings zu einer bemerkenswerten Aufholjagd: Hamilton kämpfte sich bis auf Platz drei zurück, Leclerc wurde Vierter. McLaren kam dagegen mit Piastri auf P6 und Norris auf P9 ins Ziel. Stella machte nach dem Rennen deutlich, dass die falsche Reifenentscheidung nur ein Teil des Problems war. McLaren fehlte in Sepang grundsätzlich Pace und das Team schätzte selbst ein, dass selbst bei einer besseren Rennausführung kaum mehr als P6 und P7 möglich gewesen wäre. Der entscheidende Unterschied beim Reifenpoker bleibt trotzdem bemerkenswert: McLaren erkannte noch vor dem eigentlichen Rennstart, dass der Medium die falsche Wahl war, korrigierte bei Piastri und ließ Norris das Risiko weiter eingehen. Ferrari ging sogar mit beiden Autos auf Slicks in den Start und bezahlte dafür zunächst einen noch höheren Preis. Sepang zeigte damit eindrucksvoll, wie wenige Minuten bei wechselnden Bedingungen darüber entscheiden können, ob aus einem mutigen Reifenpoker ein strategischer Vorteil oder ein folgenschwerer Fehler wird.
Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.

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