Bericht

Nach dem schwierigen Wochenende in Baku wartet auf McLaren bereits die nächste große Herausforderung. Die Formel 1 kehrt vom 2. bis 4. Oktober 2026 nach Sepang zurück – auf eine Strecke, auf der seit 2017 kein Grand Prix mehr ausgetragen wurde. Für McLaren bedeutet das vor allem eines: Vorbereitung ohne aktuelle Formel-1-Erfahrungswerte. Das Team hat deshalb Lando Norris und Oscar Piastri intensiv im Simulator auf den Sepang International Circuit vorbereitet. Für beide Fahrer wird das kommende Wochenende eine Premiere. Weder Norris noch Piastri ist bislang bei einem Formel-1-Grand-Prix in Sepang angetreten. McLaren sieht fehlende aktuelle Daten als Herausforderung. Das Problem liegt dabei nicht darin, den Streckenverlauf kennenzulernen. McLaren besitzt entsprechende Modelle des Sepang International Circuit und kann mit dem aktuellen MCL40 Simulationen durchführen. Schwieriger ist die Frage, wie genau diese Simulationen die tatsächlichen Bedingungen im Jahr 2026 widerspiegeln. McLaren weist in seiner offiziellen Vorschau darauf hin, dass nach fast einem Jahrzehnt ohne Formel 1 nur begrenzt aktuelle Daten zur Verfügung stehen. Besonders der Zustand des Asphalts und dessen Einfluss auf das Reifenverhalten lassen sich erst zuverlässig beurteilen, wenn die Autos am Freitag tatsächlich auf die Strecke gehen. Damit bekommt das erste Freie Training eine besonders große Bedeutung. Norris und Piastri müssen Sepang erst kennenlernen. Auch für die Fahrer selbst ist die Vorbereitung ungewöhnlich. Piastri erklärte bereits im Vorfeld, dass ein Fahrer im Simulator ungefähr 15 bis 20 Runden benötige, um ein Gefühl für eine unbekannte Strecke zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur darum, sich die Kurven einzuprägen. Bremspunkte, Gangwahl, Geschwindigkeit am Kurveneingang und die optimale Linie können bereits vor dem ersten echten Training vorbereitet werden. Ohne diese Arbeit müssten Norris und Piastri einen erheblichen Teil der Trainingszeit dafür verwenden, zunächst die Strecke kennenzulernen. Diese Zeit würde anschließend bei der Abstimmung des MCL40 fehlen. Simulator kann nicht alles vorhersagen. Trotz aller Vorbereitung bleibt eine entscheidende Unsicherheit: Der Simulator kann die tatsächlichen Bedingungen in Malaysia nicht vollständig abbilden. Neben dem Asphalt könnte besonders das Wetter eine große Rolle spielen. Sepang ist für Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und plötzlich auftretende tropische Regenschauer bekannt. McLarens Technical Director Performance Mark Temple bezeichnete Malaysia deshalb bereits als eines der Rennen, bei denen Regen besonders wahrscheinlich zum Faktor werden könnte. Gerade Regen wäre für die Teams interessant. Die Saison 2026 hat bislang vergleichsweise wenige relevante Daten unter nassen Bedingungen geliefert. Sollte es bereits im Training regnen, könnte jede Runde zusätzliche Informationen liefern. Chance auf Wiedergutmachung nach Baku Für McLaren kommt das Wochenende außerdem zu einem wichtigen Zeitpunkt. Nach dem enttäuschenden Grand Prix in Baku bietet Sepang unmittelbar die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Ob der MCL40 auf dem schnellen und anspruchsvollen Kurs besser zurechtkommt, wird sich allerdings erst zeigen, wenn die ersten echten Daten vorliegen. Die Vorbereitung ist abgeschlossen. Jetzt muss sich zeigen, wie nah McLarens virtuelle Version von Sepang an der Realität liegt – und wie schnell Norris und Piastri eine Strecke verstehen, die für beide komplettes Formel-1-Neuland ist.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.