Bericht

McLaren hat beim Großen Preis von Aserbaidschan 2026 einen schwierigen Trainingsdonnerstag erlebt. Lando Norris kam im zweiten freien Training auf dem Stadtkurs von Baku nicht über den sechsten Platz hinaus und verlor beinahe eineinhalb Sekunden auf die Bestzeit von Mercedes-Pilot George Russell. Auch sein Teamkollege Oscar Piastri blieb deutlich hinter der Spitze zurück. Zusätzlich machten technische Probleme an beiden McLaren den Fahrern bereits im ersten Training einen Strich durch die Rechnung. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte dabei eine ungewöhnliche Reparaturmaßnahme: Das Team musste vorübergehend Kabelbinder einsetzen, um Beschädigungen im Unterbodenbereich unter Kontrolle zu halten. Schon während FP1 bemerkte McLaren Probleme an Norris’ Auto. Bei der anschließenden Untersuchung entdeckten die Mechaniker Risse beziehungsweise Beschädigungen im vorderen Unterbodenbereich. Vorsichtshalber wurde auch Piastris Fahrzeug kontrolliert, an dem sich ein ähnliches Problem zeigte. Beide Fahrer verbrachten daraufhin wertvolle Trainingszeit in der Garage. Besonders ungünstig war das für McLaren, weil das Team in Baku erstmals ein umfangreiches Upgrade-Paket unter Rennwochenendbedingungen erproben wollte. Jede verlorene Runde bedeutete deshalb auch weniger Daten für die weitere Abstimmung des überarbeiteten MCL40. Zwischen den beiden Trainingseinheiten suchten die Ingenieure nach einer schnellen Lösung. Um zu verhindern, dass sich die betroffenen Stellen während der Fahrt weiter öffnen, wurden sie provisorisch mit Kunststoffkabelbindern gesichert. McLarens Chefdesigner Rob Marshall ordnete das Problem als vergleichsweise geringfügig ein. Die vorübergehende Sicherung sollte insbesondere verhindern, dass weitere Schäden an den nur begrenzt verfügbaren neuen Bauteilen entstehen. In FP2 konnten Norris und Piastri daraufhin wieder ein umfangreicheres Programm absolvieren. Die nächste Ernüchterung folgte allerdings beim Blick auf die Zeitenliste. George Russell fuhr im Mercedes eine Bestzeit von 1:43,347 Minuten. Norris erreichte mit 1:44,831 Minuten lediglich Rang sechs und lag damit 1,484 Sekunden zurück. Piastri kam mit 1:44,857 Minuten auf den achten Platz. Sein Rückstand betrug 1,510 Sekunden. Besonders Norris zeigte sich nach dem Training enttäuscht. Der Brite erklärte, McLaren sei momentan weit von der Spitze entfernt. Dass sich sein Auto während der Fahrt gar nicht grundsätzlich schlecht angefühlt habe, machte den deutlichen Zeitverlust für ihn umso überraschender. Der große Abstand auf der Zeitenliste sei deshalb besonders schmerzhaft gewesen. Gleichzeitig konnte Norris noch nicht sagen, wie viel Leistung McLaren bis zum nächsten Training finden würde. Der schwierige Donnerstag bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass McLaren auch im Qualifying eineinhalb Sekunden fehlen werden. Unterschiedliche Trainingsprogramme, Reifenbedingungen und nicht vollständig absolvierte schnelle Runden können die Abstände beeinflussen. Dennoch steht das Team vor einer doppelten Aufgabe: Einerseits müssen die Ingenieure eine dauerhafte Lösung für die beschädigten Unterbodenbereiche finden, andererseits gilt es, den MCL40 nach der verlorenen Trainingszeit besser abzustimmen. Für Norris und Piastri war der Auftakt in Baku damit alles andere als ideal. Statt sich ausschließlich auf die Suche nach der schnellsten Runde konzentrieren zu können, musste McLaren zunächst seine neuen Autos mit einer ungewöhnlichen Behelfslösung wieder auf die Strecke bringen. Ob die Mannschaft den Rückstand rechtzeitig verkleinern kann, werden die kommenden Sessions zeigen.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.