Bericht
McLaren richtet den Blick nach dem starken Auftritt beim Spanien-Grand-Prix in Madrid auf die nächste große Herausforderung: Baku. Der MCL40 hat sich im Verlauf der Saison erheblich weiterentwickelt und McLaren will diesen Weg beim Großen Preis von Aserbaidschan fortsetzen. Bereits Anfang August hatte Technical Director Applied Engineering Neil Houldey erklärt, dass zunächst kleinere Updates folgen und für Baku möglicherweise ein umfangreicherer Entwicklungsschritt vorgesehen sei. Nach Madrid bestätigte McLaren erneut, dass in den kommenden Rennen weitere Updates erwartet werden. Das Timing könnte kaum interessanter sein, denn der MCL40 präsentierte sich in Spanien auf einem Niveau, das McLaren selbst große Zuversicht gibt. Lando Norris sicherte sich in Madrid die Poleposition und kontrollierte die Anfangsphase des Rennens. Erst das für ihn ungünstige Timing des Virtual Safety Cars nahm ihm die Möglichkeit, den möglichen Sieg aus eigener Kraft zu verteidigen. Teamchef Andrea Stella erklärte anschließend, dass McLaren seit dem letzten Abschnitt des Qualifyings das schnellste Auto auf der Strecke gehabt habe. Damit reist das Team mit einer deutlich stärkeren Ausgangslage nach Aserbaidschan. Eine besonders interessante Rolle dürfte dort der sogenannte H-Wing spielen. McLarens spezielles Heckflügelkonzept war beim Spanien-Grand-Prix bewusst nicht im Einsatz, soll nach den bisherigen Planungen in Baku jedoch zurückkehren. Das System kann zwischen einer Konfiguration für Kurven und einem Modus für die Geraden wechseln und soll dadurch den Luftwiderstand reduzieren. McLaren setzte den H-Wing nach vorherigen Tests erstmals beim Italien-Grand-Prix in Monza im Rennen ein. Nach Angaben aus dem Team funktionierte das System dort wie vorgesehen. Baku bietet nun ein Einsatzgebiet, das sehr gut zu diesem Konzept passt. Der 6,003 Kilometer lange Stadtkurs verlangt einen außergewöhnlichen Kompromiss. Im engen Altstadtbereich benötigen die Fahrer genügend Abtrieb und Vertrauen in das Auto, während auf der extrem langen Passage entlang der Küste möglichst wenig Luftwiderstand gefragt ist. Genau dieser Gegensatz macht die Strecke zu einem interessanten Prüfstand für McLarens technische Entwicklung. Gleichzeitig arbeitet das Team weiter daran, Oscar Piastri besser mit dem MCL40 zusammenzubringen. Andrea Stella erklärte nach Madrid, dass Piastri das aktuelle Auto noch nicht so intuitiv fährt, wie es für maximale Performance notwendig wäre. Die durch das 2026er Reglement veränderte Fahrzeuggeneration mit weniger aerodynamischem Abtrieb, schmaleren Reifen und einem anderen Energiemanagement verlangt einen anderen Fahrstil. McLaren sieht deshalb nicht nur beim Auto, sondern auch bei der Abstimmung auf Piastris Bedürfnisse weiteres Potenzial. Dass die Entwicklung des MCL40 trotz der bereits laufenden Arbeiten am 2027er Auto weitergeht, ist ebenfalls bemerkenswert. McLaren hatte bereits im Sommer deutlich gemacht, dass Erkenntnisse aus der Weiterentwicklung des aktuellen Fahrzeugs teilweise auch für 2027 wertvoll sein können. Deshalb schloss das Team sogar zusätzliche Updates nach Baku nicht aus, sofern die Aerodynamik-Abteilung weitere erfolgversprechende Lösungen findet. Eine genaue Liste neuer Baku-Bauteile hat McLaren bislang allerdings noch nicht vollständig veröffentlicht. Deshalb wäre es verfrüht, einzelnen Komponenten bereits konkrete Zeitgewinne zuzuschreiben. Sicher ist dagegen: Der MCL40 ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Nach der starken Vorstellung in Madrid, der geplanten Rückkehr des H-Wings und weiteren angekündigten Entwicklungsschritten wird Baku damit zu einem der interessantesten McLaren-Wochenenden der zweiten Saisonhälfte. Gelingt es Norris und Piastri, die jüngsten Fortschritte auch auf dem völlig andersartigen Stadtkurs umzusetzen, könnte McLaren erneut im Kampf um Podium und Sieg mitmischen. Bildhinweis:
KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.

Noch keine Kommentare – starte die Diskussion!