Bericht

Max Verstappen hat nach einem enttäuschenden Qualifying zum Großen Preis von Aserbaidschan deutliche Kritik an den technischen Problemen seines Red Bull geübt. Obwohl der Niederländer im dritten freien Training noch die Bestzeit erzielt hatte, reichte es in der entscheidenden Qualifikation lediglich für den achten Platz. Während Teamkollege Isack Hadjar von Rang vier ins Rennen geht, verlor Verstappen zunehmend Leistung auf den langen Geraden des Baku City Circuit. Nach dem Qualifying machte der viermalige Weltmeister seinem Ärger Luft.

Dabei hatte das Wochenende für Verstappen durchaus vielversprechend begonnen. Der Red Bull zeigte sich in den Trainings konkurrenzfähig, und mit seiner Bestzeit im abschließenden freien Training gehörte Verstappen zu den Kandidaten für die vorderen Startplätze. Auch in den ersten beiden Qualifying-Abschnitten war er zunächst schnell unterwegs. Doch schon in Q1 bemerkte der Niederländer einen deutlichen Leistungsverlust gegenüber seinem Teamkollegen.

Nach Verstappens eigenen Angaben verlor sein Wagen bereits zu diesem Zeitpunkt mindestens eine halbe Sekunde auf den Geraden. Zunächst war unklar, wodurch dieser Rückstand verursacht wurde. Im weiteren Verlauf des Qualifyings verschlimmerten sich die Schwierigkeiten jedoch erheblich. Wie Verstappen später gegenüber niederländischen Medien erklärte, lag das ursprüngliche Problem nicht am elektrischen Teil der Antriebseinheit, sondern am Verbrennungsmotor.

Der Leistungsverlust hatte weitreichende Folgen. Weil der Red Bull auf den Geraden nicht mehr die erwartete Geschwindigkeit erreichte, musste Verstappen zusätzliche elektrische Energie einsetzen, um den Rückstand teilweise auszugleichen. Dadurch geriet auch das Energiemanagement zunehmend durcheinander. Im letzten Qualifying-Abschnitt wurde die Situation schließlich besonders problematisch: Die Batterie lud sich nicht mehr vollständig auf, und Verstappen musste einen seiner schnellen Versuche abbrechen.

Das kostete ihn nicht nur eine mögliche Rundenzeit, sondern beeinträchtigte auch die Vorbereitung auf seinen nächsten Versuch. Durch die Unterbrechung verloren die Reifen an Temperatur, was auf dem anspruchsvollen Stadtkurs von Baku besonders nachteilig ist. Als Verstappen anschließend noch einmal angreifen wollte, wurde er zusätzlich durch gelbe Flaggen ausgebremst, nachdem Lando Norris vor ihm einen Fehler gemacht hatte.

Am Ende blieb Verstappen eine Zeit von 1:44,081 Minuten. Damit belegte er lediglich den achten Platz und lag 1,555 Sekunden hinter Pole-Sitter George Russell. Besonders auffällig war der Vergleich innerhalb des eigenen Teams: Hadjar sicherte sich mit einer Zeit von 1:43,500 Minuten den vierten Startplatz und war damit 0,581 Sekunden schneller als Verstappen.

Der Niederländer machte nach dem Qualifying deutlich, dass er von seinem Team eine zuverlässigere technische Leistung erwartet. Das Auto habe sich während des Wochenendes grundsätzlich gut angefühlt, doch ausgerechnet in der entscheidenden Sitzung seien zahlreiche Schwierigkeiten aufgetreten. Die Probleme müssten nach seiner Einschätzung gründlich untersucht werden, damit sie sich nicht wiederholen.

Auch Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies bestätigte die technischen Schwierigkeiten. Gegenüber Sky erklärte er, dass Verstappens Wagen auf den Geraden deutlich weniger Höchstgeschwindigkeit erreicht habe als erwartet. Daraus seien weitere Probleme bei der Energiefreigabe entstanden. Das Team müsse nun die eigentliche Ursache finden und sicherstellen, dass das Fahrzeug im Rennen wieder seine volle Leistung abrufen könne.

Verstappen selbst räumte ein, dass Russells außergewöhnliche Pole-Runde vermutlich außer Reichweite gewesen wäre. Einen Startplatz in der ersten Reihe hielt er ohne die technischen Probleme jedoch für möglich. Besonders ärgerlich ist das Ergebnis für ihn, weil Red Bull über das gesamte Wochenende hinweg konkurrenzfähig wirkte und der Niederländer im letzten freien Training noch vor den beiden Mercedes gelegen hatte.

Für das Rennen am Samstag steht Verstappen damit vor einer schwierigen Aufgabe. Von Startplatz acht muss er sich zunächst durch das Mittelfeld arbeiten, während Russell, Charles Leclerc und Oscar Piastri die ersten drei Positionen belegen. Auf den langen Geraden von Baku bieten sich zwar Überholmöglichkeiten, entscheidend dürfte jedoch sein, ob Red Bull die Probleme mit der Antriebseinheit rechtzeitig beheben kann.

Eine zusätzliche Startplatzstrafe ist durch einen möglichen Motorwechsel nicht automatisch zu erwarten. Verstappen erklärte, dass ihm bei einem entsprechenden Wechsel noch keine Strafe drohen würde. Ob und welche technischen Maßnahmen Red Bull vor dem Rennen tatsächlich ergreift, bleibt abzuwarten.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.