Bericht

George Russell will den Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 noch nicht endgültig aufgeben. Vor dem Grand Prix von Aserbaidschan in Baku stellte der Mercedes-Pilot klar, dass er weiter um seine Chance kämpfen werde, solange der Titel mathematisch noch erreichbar ist. Damit schlägt Russell zumindest verbal wieder einen kämpferischeren Ton an als unmittelbar nach dem vergangenen Rennwochenende in Madrid. Dort hatte sein Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli seinen achten Grand-Prix-Sieg der Saison gefeiert, während Russell lediglich auf Rang fünf ins Ziel gekommen war. Der Abstand zwischen den beiden Mercedes-Piloten wuchs dadurch auf 81 Punkte an. Antonelli führt die Fahrerwertung aktuell mit 292 Punkten vor Russell mit 211 Punkten an. Nach dem Rennen in Madrid hatte Russell deshalb selbst eingeräumt, dass er sich realistisch nicht mehr im Kampf um die Fahrer-Weltmeisterschaft sehe. Sein Fokus sollte stattdessen auf den einzelnen Rennen und guten Ergebnissen für Mercedes liegen. Vor Baku macht der Brite nun allerdings deutlich, dass dies nicht bedeutet, dass er den Titel bereits vollständig abgeschrieben hat. Solange die Weltmeisterschaft rechnerisch offen ist, will Russell weiterkämpfen. Und mathematisch ist noch einiges möglich: Nach dem Spanien-Grand-Prix stehen noch neun Saisonläufe aus, darunter das Sprint-Wochenende in Singapur. Insgesamt können damit noch maximal 233 Punkte eingefahren werden. Antonellis Vorsprung von 81 Punkten ist komfortabel, eine Entscheidung ist damit aber längst noch nicht gefallen. Für Mercedes ist die Situation außergewöhnlich: Die beiden bestplatzierten Fahrer der Weltmeisterschaft sitzen im selben Auto. Gleichzeitig führt das Team auch die Konstrukteurswertung deutlich an. Nach Madrid liegt Mercedes dort mit 503 Punkten an der Spitze und besitzt 145 Punkte Vorsprung auf Ferrari. Während Antonelli nach seinen Siegen in Monza und Madrid mit enormem Rückenwind nach Baku reist, braucht Russell nun möglichst schnell eine Trendwende, wenn er den Rückstand in der Fahrerwertung noch einmal verkürzen möchte. Der Stadtkurs von Baku könnte dafür eine wichtige Gelegenheit bieten. Russell muss allerdings nicht nur schneller als sein Teamkollege sein, sondern über die kommenden Rennen konstant deutlich mehr Punkte holen. Antonelli selbst versucht unterdessen, die Diskussion über eine mögliche vorzeitige WM-Entscheidung von sich fernzuhalten. Rein rechnerisch könnte der Italiener den Titel frühestens beim Grand Prix von Singapur sichern – dafür müsste allerdings eine extreme Kombination von Ergebnissen eintreten. Für Russell lautet die Aufgabe deshalb zunächst wesentlich einfacher: Rennen für Rennen angreifen und verhindern, dass Antonelli seinen Vorsprung weiter ausbaut. Der WM-Kampf innerhalb von Mercedes ist damit trotz der deutlichen Punktedifferenz noch nicht beendet.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.