Bericht

Mercedes hat für den Großen Preis der USA in Austin eine wichtige technische Entscheidung getroffen: George Russell und Kimi Antonelli sollen beide mit dem überarbeiteten Aerodynamikpaket des W17 antreten. Damit setzt das Team auf jene Entwicklung, die zunächst große Zweifel ausgelöst hatte. Denn obwohl das Update mehr Leistung verspricht, erwies sich der Mercedes zuletzt als schwierig abzustimmen. EIN UPDATE, ZWEI VERSCHIEDENE AUTOS: Das Aerodynamikpaket feierte bereits beim Rennwochenende in Sepang seine Premiere. Doch die erwarteten Verbesserungen blieben zunächst aus. Mercedes reagierte in Singapur mit einem ungewöhnlichen Vergleich: Russell kehrte zur älteren Fahrzeugversion zurück, während Antonelli die neuen Teile behielt. Zusätzlich erprobte Mercedes einen überarbeiteten Frontflügel, der ursprünglich erst für Austin vorgesehen war. Die Ingenieure wollten herausfinden, ob die Probleme tatsächlich vom Update stammen oder vor allem durch die Abstimmung entstehen. SINGAPUR LIEFERT WICHTIGE ANTWORTEN: Zu Beginn des Wochenendes sah die ältere Version sogar stärker aus. Russell war im Sprint-Qualifying deutlich schneller als Antonelli. Im weiteren Verlauf verbesserte sich jedoch die Leistung des aktualisierten Autos. Antonelli beendete den Grand Prix auf Platz drei, Russell wurde nach einer Startplatzstrafe Neunter. Die unterschiedlichen Ausgangspositionen machen einen direkten Vergleich der Rennergebnisse schwierig. Mercedes zog seine Schlussfolgerungen deshalb vor allem aus den technischen Daten: Nach Einschätzung von Renningenieurchef Andrew Shovlin war Antonellis Paket zum Ende des Wochenendes die schnellere Lösung. DAS PROBLEM MIT DEM W17: Der zusätzliche Abtrieb bringt nicht automatisch bessere Rundenzeiten. Teamchef Toto Wolff räumte ein, dass sich die überarbeitete Version schwieriger fahren lässt. Besonders die Fahrzeugbalance und das enge Abstimmungsfenster bereiten Mercedes Probleme. Nur wenn die Ingenieure die passende Einstellung finden, kann das Auto sein Potenzial ausschöpfen. Genau daran soll in Austin weitergearbeitet werden. WARUM AUSTIN SO WICHTIG WIRD: Auf dem Circuit of the Americas kann Mercedes nun mit beiden Fahrern Daten über dieselbe Aerodynamikversion sammeln. Russell und Antonelli sollen dabei helfen, das Verhalten des W17 unter unterschiedlichen Bedingungen besser zu verstehen. Das Team erhofft sich nicht nur Fortschritte für die verbleibenden Rennen der Saison 2026. Die Erkenntnisse könnten auch für die Entwicklung des Mercedes W18 im Jahr 2027 wertvoll werden. FAZIT: Mercedes hat das umstrittene Update nicht abgeschrieben, sondern entscheidet sich bewusst für dessen weiteren Einsatz. Ob der W17 dadurch in Austin tatsächlich schneller und konstanter wird, ist noch offen. Fest steht: Die Silberpfeile haben mehr Potenzial entdeckt – jetzt müssen sie einen Weg finden, es zuverlässig auf die Strecke zu bringen.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.