Bericht

F1 Software-Panne in Malaysia: FIA untersucht Startchaos beim Bahrain Grand Prix Plötzlich fehlte Leistung, Lewis Hamilton blieb stehen und selbst Pole-Mann Max Verstappen kämpfte während der ersten Startprozedur mit Problemen. Was beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia zunächst wie eine Ansammlung verschiedener technischer Defekte aussah, hatte offenbar einen gemeinsamen Hintergrund: Eine Software-Panne bereitete mehreren Autos unter den extremen Bedingungen in Sepang Schwierigkeiten. Die FIA hat nach dem chaotischen Sonntag nun eine umfassende Untersuchung angekündigt. Der erste Startversuch war ohnehin schon außergewöhnlich. Starkregen hatte den ursprünglich geplanten Rennstart deutlich verzögert, auf dem Sepang International Circuit standen große Mengen Wasser und die Fahrer wurden zunächst hinter dem Safety Car auf die Strecke geschickt. Dann häuften sich die Probleme. Isack Hadjar rutschte ins Kiesbett, Max Verstappen berichtete über Schwierigkeiten beim Beschleunigen und Lewis Hamilton blieb schließlich auf der Strecke stehen. Ferrari teilte Hamilton über Funk mit: "Es ist ein Softwareproblem, das wir zu lösen versuchen." Als weitere Autos Schwierigkeiten bekamen, sah die Rennleitung keine andere Möglichkeit mehr: Die Startprozedur wurde abgebrochen, die rote Flagge gezeigt und das Feld kehrte in die Boxengasse zurück. Erst nach einer langen Unterbrechung konnte ein neuer Startversuch vorbereitet werden. Genau diese zusätzliche Pause wurde offenbar benötigt, um nicht nur die Wetterbedingungen abzuwarten, sondern auch ein technisches Problem zu lösen. FIA-Single-Seater-Direktor Nikolas Tombazis erklärte anschließend, dass die neue Fahrzeuggeneration in dieser ungewöhnlichen Situation in einen Bereich geraten sei, der zuvor kaum praktisch erprobt worden war. Eine Kombination aus sehr niedrigen Geschwindigkeiten, geringem Grip und den Einstellungen des neuen elektrischen Antriebssystems führte offenbar dazu, dass mehrere Autos nicht wie vorgesehen Leistung abrufen konnten. Während der Unterbrechung reagierten FIA, Teams und Motorenhersteller. Nach Angaben der FIA wurden Parameter angepasst und ein Software-Update spielte eine Rolle dabei, die Probleme vor dem Neustart zu beheben. Tombazis bestätigte: "Wir mussten einige Änderungen an der Software vornehmen, bevor wir sicher sein konnten, dass das Problem nicht erneut auftreten würde." Damit bekommt die ungewöhnlich lange Unterbrechung eine völlig neue Dimension. Es ging nicht ausschließlich darum, dass der Regen nachlassen und das Wasser von der Strecke verschwinden musste. Parallel arbeiteten die Verantwortlichen daran, ein Problem zu beseitigen, das unter diesen Bedingungen bei mehreren Fahrzeugen auftreten konnte. Besonders interessant ist die Frage, warum ein solches Szenario überhaupt erst während eines Grand Prix sichtbar wurde. Tombazis verwies dabei auf einen entscheidenden Punkt: Die neue Formel-1-Generation des Jahres 2026 hatte vor dem Rennen praktisch keine ausreichende Erfahrung unter vergleichbaren extremen Regenbedingungen gesammelt. "Wenn wir vorher mehr im Nassen getestet hätten, hätten wir dieses Problem wahrscheinlich früher entdeckt", erklärte Tombazis. Genau hier setzt die angekündigte Untersuchung an. Die FIA will gemeinsam mit den Teams und den beteiligten Power-Unit-Herstellern analysieren, warum die Software unter diesen Bedingungen Probleme verursachte und wie verhindert werden kann, dass sich eine ähnliche Situation bei einem kommenden Rennen wiederholt. Die Bedeutung geht damit weit über Sepang hinaus. Seit 2026 arbeitet die Formel 1 mit einer neuen Generation von Power Units, bei denen der elektrische Anteil erheblich größer geworden ist. Damit spielen Energiemanagement und Software eine noch wichtigere Rolle als zuvor. Gerade ungewöhnliche Situationen wie langsame Runden hinter dem Safety Car auf extrem rutschiger Strecke können deshalb Bedingungen erzeugen, die im normalen Rennbetrieb kaum vorkommen. Dass die Rennleitung den ersten Startversuch abbrach, erscheint im Nachhinein deshalb noch nachvollziehbarer. Zu diesem Zeitpunkt war nicht eindeutig klar, ob einzelne Fahrzeuge technische Probleme hatten oder ob ein grundlegender Zusammenhang bestand. Erst nachdem die Autos wieder in der Boxengasse standen, konnten die Systeme überprüft und Änderungen vorgenommen werden. Nach dem Neustart trat das Problem in dieser Form nicht erneut auf. Dafür begann anschließend eines der ungewöhnlichsten Rennen der Saison: Die Teams teilten sich bei der Reifenwahl zwischen Intermediates und Slicks auf, ehe Max Verstappen schließlich vor Kimi Antonelli und Lewis Hamilton gewann. Doch das Startchaos bleibt auch einen Tag später eines der größten Gesprächsthemen des Wochenendes. Denn der Große Preis von Bahrain in Malaysia hat der Formel 1 etwas gezeigt, das unter normalen Bedingungen möglicherweise noch lange verborgen geblieben wäre. Eine Software-Panne kann in der neuen Formel-1-Generation plötzlich direkten Einfluss darauf haben, ob ein komplettes Feld überhaupt ordnungsgemäß in ein Rennen starten kann. Die FIA will jetzt genau verstehen, warum es dazu kam. Und nach dem Chaos von Sepang dürfte eine Frage für die kommenden Regenrennen besonders wichtig werden: Ist das Problem wirklich vollständig gelöst – oder hat Malaysia lediglich eine Schwachstelle sichtbar gemacht, die bislang niemand kannte?

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.