Bericht

Die Formel 1 steht 2027 vor einer weiteren wichtigen Regeländerung: Grand-Prix-Rennen sollen künftig kürzer werden. Bei der Sitzung der Formel-1-Kommission am 21. September 2026 in London wurde beschlossen, die reguläre Renndistanz von bislang 305 auf 290 Kilometer zu reduzieren. Nach Angaben der FIA entspricht das auf den meisten Strecken einer Verkürzung um etwa zwei bis drei Rennrunden. Hintergrund der Änderung sind Anpassungen am technischen Reglement der Power Units für 2027, insbesondere beim sogenannten Fuel Flow, also dem Energie- beziehungsweise Kraftstoffdurchfluss. Damit reagiert die Formel 1 erneut auf Erfahrungen mit der seit 2026 eingesetzten neuen Fahrzeuggeneration und entwickelt das Regelwerk für die kommende Saison weiter. Für die Fans bedeutet die Änderung zunächst vor allem eines: Ein regulärer Grand Prix wird künftig rund fünf Prozent kürzer sein. Die aktuelle Regel schreibt grundsätzlich die geringste Anzahl vollständiger Runden vor, mit der eine Distanz von 305 Kilometern überschritten wird; Monaco besitzt dabei bereits eine Sonderregelung. Ab 2027 soll die Standarddistanz nun auf 290 Kilometer sinken. Doch die Renndistanz ist nicht die einzige Änderung, auf die sich die Beteiligten bei der Sitzung in London verständigt haben. Auch für Rennen, die durch starken Regen, Unfälle oder andere Ereignisse länger unterbrochen werden, soll es ein neues Verfahren geben. Bislang gilt neben einer maximalen tatsächlichen Rennzeit von zwei Stunden grundsätzlich eine Obergrenze von drei Stunden vom Start bis zum Ende eines Rennens, wenn Unterbrechungen eingerechnet werden. Diese Drei-Stunden-Grenze soll 2027 entfallen. Stattdessen soll ein fester spätester Zeitpunkt eingeführt werden, an dem sämtliche Rennaktivitäten beendet sein müssen. Die maximale tatsächliche Fahrzeit von zwei Stunden bleibt dagegen bestehen. Nach Angaben der FIA soll diese Änderung den Zuschauern eine bessere Chance geben, trotz längerer Unterbrechungen möglichst viel Rennaction zu erleben. Gleichzeitig soll es mehr Flexibilität geben, unterbrochene Freie Trainings zu verlängern. Eine weitere Änderung betrifft die Getriebe: Die bisherige Getriebe-Homologation soll ab 2027 abgeschafft werden. Damit sollen die Hersteller wieder größere Entwicklungsfreiheit in diesem Bereich erhalten. Die jetzt vereinbarten F1-Regeln für 2027 sind allerdings noch nicht der allerletzte formale Schritt. Sämtliche regulatorischen Änderungen müssen vom FIA World Motor Sport Council genehmigt werden. Klar ist dennoch: Nach dem großen technischen Umbruch 2026 arbeitet die Formel 1 bereits intensiv an der nächsten Entwicklungsstufe ihres Regelwerks – und die Fans werden diese ab 2027 sogar unmittelbar an der Länge der Rennen bemerken.

Bildhinweis: KI-generierte Illustration · keine Originalaufnahme.